Wann wird Angst zur Störung?
Kinder haben in jeder Entwicklungsphase typische Ängste: Dunkelheit, Trennung von den Eltern, neue Situationen. Diese sind normal und vergehen meist von selbst. Von einer Angststörung spricht man, wenn die Angst übermässig stark ist, sich hartnäckig hält und den Alltag erheblich beeinträchtigt.
Häufige Angststörungen im Kindesalter:
- Trennungsangst (z.B. extremes Klammern, Schulverweigerung)
- Generalisierte Angststörung (übermässiges Grübeln und Sorgen)
- Soziale Angst (starke Angst vor anderen Menschen oder Bewertung)
- Spezifische Phobien (z.B. Tiere, Spritzen, Erbrechensangst)
- Panikattacken
Was sind Zwangsstörungen?
Bei einer Zwangsstörung kreisen die Gedanken immer wieder um bestimmte Themen (Zwangsgedanken), und das Kind fühlt sich gezwungen, bestimmte Handlungen auszuführen (Zwangshandlungen), um die Angst zu lindern.
Typische Beispiele:
- Wiederholtes Händewaschen aus Angst vor Keimen
- Zählen, Sortieren oder Kontrollieren von Gegenständen
- Gedanken, jemanden zu verletzen oder etwas Schlimmes zu tun
- Rituale beim Ein- und Ausschlafen
Das Tückische: Die Zwangshandlungen lindern die Angst kurzfristig, verstärken den Kreislauf aber langfristig.
Psychotherapeutische Behandlung von Angst- und Zwangsstörungen
Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist die wirksamste Behandlung bei Angst- und Zwangsstörungen. Kernstück ist die Exposition: Das Kind lernt, angstauslösende Situationen auszuhalten, ohne Vermeidungsverhalten oder Zwangshandlungen auszuführen und merkt so, dass die Angst von alleine nachlässt. Dabei gehe ich in kleinen, klar abgesprochenen Schritten vor. Nichts wird erzwungen. Das Kind ist immer aktiver Partner im Prozess.
Für Kinder, die sich einer direkten Therapie widersetzen oder noch sehr jung sind, ist SPACE besonders wirksam zur Behandlung von Angst- und Zwangsstörungen. SPACE steht für Supportive Parenting for Anxious Childhood Emotions und ist ein evidenzbasierter Ansatz, der die Eltern ins Zentrum der Behandlung rückt. Der Grundgedanke: Eltern können ihr Kind nicht von der Angst «befreien», aber sie können ihr eigenes Verhalten so verändern, dass das Kind lernt, mit Angst umzugehen.
In der SPACE-Therapie arbeite ich primär mit den Eltern.
Ich zeige Ihnen:
- Wie Sie auf die Angst Ihres Kindes warmherzig, aber bestimmt reagieren
- Wie Sie unbeabsichtigte «Mitarbeit» an der Angst (sog. Accommodation) reduzieren
- Wie Sie Ihrem Kind Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten signalisieren
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Angst- und Zwangsstörungen sind gut behandelbar, je früher, desto besser. Ich begleite Ihr Kind und Sie als Familie auf dem Weg zu mehr Leichtigkeit und Sicherheit.
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